Hallo meine Lieben!
Ja, ich habe mich immer ein wenig gedrückt, euch zu schreiben, aber schließlich will ich euch teilhaben lassen an diesem Jahrhunderturlaub. Auch, wenn es eine lange Nachricht wird, ihr habt es ja immerhin verdient, ihr verfolgt mich immer so tapfer und das macht mich sehr froh
Also, dann beginne ich mal mit Auckland, mein erster Stopp. Mein Hostel war inmitten der Einkaufsstraße und somit sehr zentral gelegen. Es waren nicht viele Gehminuten vom Sky Tower und zum Hafen. Am ersten Tag bin ich allerdings nur die Straßen auf und abgegangen, um mir mal einen Überblick zu verschaffen. Dabei ist mir sofort aufgefallen, dass die Sonne in Neuseeland im Sommer genauso spät untergeht wie bei uns in Deutschland. Das fehlt mir in Australien nämlich immer. Um 7 ist es, egal, wo ich bin und in welcher Jahreszeit ich mich befinde, stockduster. Also tat das natürlich sehr gut
Trotz der Zeitverschiebung ging es mir gut und ich hielt mich so lange wie möglich wach. Das war auch nicht sehr schwer, einfach dadurch, dass ich so aufgeregt war. Da ich mich ja in den letzten Monaten so sehr an Australien gewöhnen konnte, kam mir Neuseeland wie eine ganz andere Welt vor. Zum Beispiel ist es in Neuseeland erlaubt, Bier im normalen Supermarkt zu kaufen. Das musste ich erst Mal fotografieren, so sehr hat es mich verwirrt. Für euch ist das natürlich lachhaft, bei uns geht man einfach in den real,- oder wo auch immer hin und kauft sich seinen Alkohol in jeglicher Form. So ist es in Australien natürlich nicht und daran gewöhnt man sich sehr schnell. Umso erstaunter ist man natürlich, wenn es in dann wieder anders ist
Habe mir aber trotzdem nichts alkoholisches gekauft, lieber gebe ich Geld für gutes Essen aus
An meinem zweiten Tag musste ich mich ja ranhalten und ein wenig die Umgebung erkunden. Mein erster Stopp galt dem Sky Tower:

Das Skydeck ist der höchste Aussichtspunkt im Tower und da wollte ich hin. Mit dem Aufzug (der übrigens gläsern war) ging es dann zuerst auf den 186m Aussichtspunkt. Dort konnte man sich schon schön umsehen und wirklich so gut wie alles sehen. Trotzdem, ich hatte schließlich für das Skydeck bezahlt, also nahm ich noch den nächsten Aufzug. Ja, es war wirklich beeindruckend. Man konnte bis auf die kleinen Inseln in der Nähe von Auckland sehen. Da es jetzt schon bald Afternoon Tea Zeit war (ja, ich bin so eine Art Hobbit geworden was Essenszeiten angeht
), bin ich dann noch in die Sky Lounge gefahren und habe eine Eisschokolade getrunken sowie einen Lamington in knapp 182m Höhe gegessen :) Man darf sich ja wohl nochmal was gönnen!
Als ich dort fertig war habe ich mich auf den Weg zum Auckland Museum gemacht, für $5 Eintritt. Alles war sehr anschaulich aufbereitet und hat sich mit der Geschichte Aucklands und den Weltkriegen beschäftigt. Viele Jahrhunderte hat diese Stadt ja noch nicht auf dem Buckel. Da bin ich als Europäer und einer sehr alten Geschichte natürlich immer sehr verwöhnt. Und im Museum ist mir noch etwas aufgefallen: Die Neuseeländer kommen mit ihren Ureinwohnern, den Maori, wunderbar zurecht. Jeder respektiert den jeweils anderen und egal wo man sich in Neuseeland aufhält, Straßenschilder, Informationsblätter und Informationsschilder in den Museen, überall wird alles neben Englisch auch in Maori geschrieben. Selbst an den Regierungsgebäuden. Sehr beeindruckend und ich schätze das sehr. Hier in Australien ist das ja um einiges anders. Den „Sorry Day“ gibt es schließlich noch nicht sehr lange und bis in die 80er Jahre dominierte Diskriminierung. Nicht zuletzt durch die „Lost Generation“, die Aborigine Kinder, die einfach aus ihren Familien genommen und eingebürgert und langsam zu Weißen erzogen wurden (das habe ich heute alles gelernt im Museum of Western Australia :) Ich bin ein richtiger Museumsgänger geworden, aber dadurch, dass die meisten Nationalmuseen nun mal kostenlos sind, lohnt es sich doch auch, oder?). So eine Geschichte haben die Neuseeländer nicht, sie lebten von Anfang an Tür an Tür und haben sich vertragen. Wer weiß, was sie anders gemacht haben.
Ich hatte leider nicht mehr viel Zeit im Auckland Museum, denn ich kam erst um 4 an und um 5 schloss es schon wieder, aber ich glaube, ich habe alles, was mich so interessiert hat, gesehen.
Am nächsten Tag begann dann endlich meine erste Tour! Ziel war Rotorua, wo ich dann die nächsten Tage verbringen konnte. Aber zuerst zur Tour. Zuerst wurden wir zu den Glowworm Caves gefahren. Dort sollen ganz viele Glühwürmchen innerhalb einer Höhle eine Riesenkolonie aufgebaut haben und nun munter umherleuchten. Zuerst hatte ich ja Angst, wir würden keine sehen, aber diese Angst legte sich nach den ersten Minuten. Wir wurden erst in ein paar Regeln eingeführt, dazu gehört nun mal auch, keine Fotos zu machen. Somit ist dieser unfassbare Augenblick nur in meinem Kopf. Ich versuche ihn aber so gut wie möglich zu beschreiben:
Nachdem wir uns zuerst den Eingang angesehen haben und die Stalagmiten und Stalaktiten bewundert haben, wurden wir eine Treppe hinunter geführt, wo ein Boot auf unsere Gruppe wartete. Schon hier konnte man ein seltsames Leuchten vernehmen. Als wir dann ein wenig weiter in die Dunkelheit gerudert sind, war es einfach wunderschön! Millionen kleiner Lichter leuchteten an der Decke. Und wie ihr euch vorstellen könnt, durch das Wasser wurden sie alle nochmal reflektiert. Ich habe mich gefühlt, als würde ich im Weltall zwischen all den Sternen schweben, ich wünschte, ihr könntet das auch sehen! Nehmt euch das doch als Ziel vor, nur wegen dieser Höhlen lohnt es sich, den Flug auf sich zu nehmen und nach Neuseeland zu kommen. Das war eins der schönsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Da freue ich mich doch auf das, was in meinem Leben noch kommt
Nach diesem Erlebnis durften wir unser Lunch genießen, bis wir später am Agrodom ankamen. Da habe ich mich doch wie zu Hause gefühlt :) Der Agrodom ist eine Familienfarm, auf der Führungen gemacht werden, damit man sieht, wie zum Beispiel Hunde zum Eintreiben von Schafen erzogen werden und wie Schafe geschoren werden bzw. wie die Wolle weiterverarbeitet wird. Na, ist doch was für mich, oder? :) Es war auch wirklich sehr interessant, von Anfang bis Ende. So viele Schafe um mich herum, das habe ich natürlich genossen! Eigentlich ist so gesehen Neuseeland das bessere Land für mich, nicht wahr?
Na egal, auf jeden Fall verging die Zeit auf der Farm auch schon wieder viel zu schnell. Aber der nächste Stopp wartete schon, nicht minder aufregend: Te Puia, ein Maori Park.
Dieser Park ist in Rotorua gelegen. Zudem beherrschen heiße Quellen die Stadt und Te Puia (übersetzt eben heiße Quelle) ist um diese Quellen gebaut. Aber zuerst wurden wir Zeuge eines Maori Konzerts, in dem sie mit traditionellen Liedern und Instrumenten ihre Kultur verständlich erklärten.
Die Maori sind mir wirklich um einiges sympathischer, aber die Aborigines können ja nichts für ihre Distanz, das Leben hat sie ja nichts anderes gelehrt, also sollte ich ihnen nicht die Schuld geben.
Danach fing unsere Führung an, die uns natürlich zu den heißen Quellen und Mudpools führte. Der Geruch erinnerte mich an mein Aachen
Abgesehen von der Hitze natürlich. Wenn der Wind abends manchmal richtig bzw. falsch – wie man es sehen will – stand, dann konnte ich den Schwefel vom Hostel aus riechen, denn es war nicht so weit entfernt vom Park.
Dem Park gehört auch eine Aufzuchtstation für Kiwis, dem Nationalvogel und wir durften auch eintreten, aber sie haben nur geschlafen. Sind aber wirklich wunderliche Viecher! Können nicht fliegen, haben eher Fell als Federn und einen langen Riesenschnabel. Trotzdem sind sie sehr süß. Nicht so süß wie das Platypus, der Koala und das Echidna, aber immerhin
Abends kam ich dann also zum Hostel und ich kann mich wieder nicht beschweren. Diesmal hatte ich sogar das Bad mit auf dem Zimmer, yaaay
Nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn am nächsten Tag hatte ich ja einen abenteuerlichen Tag vor mir: Whitewater Rafting.
Und es war wirklich ein Mordsspaß. Die Wetsuits und Schuhe waren zwar noch nass, weil sie kurz zuvor gewaschen wurden und das war mir natürlich am Anfang ein wenig eklig, aber man wurde sowieso nass, also war es am Ende egal :) Am Fluss bekamen wir dann noch die Rettungsjacken und unseren Helm. Und dann ging es los. Natürlich habe ich keine Fotos von diesem Ausflug, das ging natürlich schlecht! Aber es war wirklich richtig genial. Keiner aus unserer Gruppe wurde vom Boot gespült, ein Mal war es nur fast soweit. Aber ich habe mich gut festgehalten :) Die Guides haben auch immer Späße getrieben und uns angefeuert. Wenn wir mal einige Minuten Ruhe hatten, konnten wir auch die Umgebung bestaunen. Nach zwei Stunden war alles leider schon wieder vorbei :( Rafting habe ich aber sicher nicht zum letzten Mal gemacht, ich bin eben doch ein Kind vom Wasser! Auch wenn mir die Wellen und Fälle nur so um die Ohren gespritzt sind, es hat einfach nur Spaß gemacht. Das Wetter hat sich zudem super gehalten und zwischendurch ist sogar die Sonne hervorgekommen, sodass ich einfach nichts zu meckern habe!
Zum Abend habe ich mich dann aber trotzdem noch mal auf den Weg zur Stadt gemacht, schließlich war das meine letzte Gelegenheit. Da es Donnerstagabend war, konnte ich noch Zeuge des Nightmarkets werden. Eigentlich war es nichts anderes als Fressbuden und ein wenig Kunststände, aber immerhin. Und was ich gegessen habe, war zwar recht gewöhnungsbedürftig, hat aber am Ende doch gut geschmeckt: Frittiertes Brot:
Mit Marmelade und Sirup durchaus empfehlenswert.
Wieder hieß es recht früh ins Bett gehen, denn schließlich wartete nun endlich Mittelerde auf mich.
Ich muss mich kurz fassen, ansonsten artet dieser Artikel noch aus: Auf einmal inmitten von Bilbos Beutelsend, der Festwiese und Sams Haus zu stehen ist einfach nur atemberaubend. Ein Teil davon zu sein umso unglaublicher. Man sieht es im Film und auf einmal ist es so nah und man steht mittendrin. So liebevoll und detailliert wird dieses Set instand gehalten, da lohnt sich jeder Dollar. Ich bin leider nicht befugt, euch irgendwelche Fotos von diesem Trip öffentlich zu zeigen, das tut mir natürlich am meisten Leid, aber so habt ihr etwas, worauf ihr euch freuen könnt, wenn ich wieder da bin! Ich hüte diese Fotos wie ein Schatz, dessen könnt ihr euch natürlich sicher sein. Auch, wenn ich gerne dageblieben wäre und in eins der Häuser gezogen wäre, irgendwann hieß es, wieder gehen zu müssen :( Auf der Rücktour wurde uns dann erneut gezeigt, wie ein Schaf geschoren wird. Innerhalb von zwei Tagen durfte ich also 2x Zeuge dessen werden. Aber das Niedlichste kommt ja erst noch: Danach durften wir Lämmchen füttern, das war natürlich wieder was für mich. Mein Lächeln habe ich glaub ich den ganzen Tag nicht mehr aus meinem Gesicht bekommen :) Da das Set eben auf einer Familienfarm gebaut wurde, werden diese Vorführungen eben auch noch zusätzlich zum Setbesuch gemacht. Mir soll es Recht sein.
Um den Rest des Tages zu beschreiben, fasse ich mich nur noch kurz: Obwohl ich pünktlich am Busstopp angekommen bin um meinen Bus nach Wellington zu bekommen, habe ich nicht gemerkt, dass uns nur ein kleines Shuttle zuerst zu einer Zwischenstation fahren sollte, um dann den großen Bus zu bekommen. Konsequenz daraus war natürlich: Bus verpasst…Nach längerer Zeit führte mich mein Weg dann zum Flughafen und erfolgreich habe ich meinen Weg nach Wellington doch noch gefunden…na ja, so was passiert nun mal, oder?
Viele Wege führen nach Rom.
Was soll es, das Wichtigste war für mich, dass ich endlich in Wellington war. Mein Hostel war wieder sehr angenehm, aber dadurch, dass ich natürlich recht spät erst dort war, blieb mir nichts anderes mehr, als ins Bett zu gehen. Schließlich lag mein zweiter Trip nach Mittelerde an!
Phil war ein super Guide, er selbst hat in den Herr der Ringe Filmen 6 Rollen übernommen, unter anderem war ein Ork, Uruk Hai, Soldat Gondors, Reiter Rohans etc.pp. Dementsprechend hatte er sehr viele Geschichten zu erzählen, was über die ganzen 8 Stunden gereicht hat :) In dieser Zeit besuchten wir die Gegenden, in denen folgende Szenen gedreht wurden:
Die erste Begegnung mit dem schwarzen Reiter (Querfeldein zu den Pilzen), Lothlorien, Bruchtal, Isengard sowie die Gärten Isengards, einer der Flüsse Anduins, die Stelle, an der Smeagol Deagol umgebracht hat und noch einige kleinere Stellen, die im Film nur für einige Sekunden zu sehen sind. Dieser Weg führte uns dann zum Weta Cave, wo wir noch je nach Laune das Museum betreten konnten oder Shopping betreiben durften
Zuletzt durften wir noch einen kleinen Blick in den Weta Workshop wagen und was wir sahen, wenn auch nur die Dächer, war das Set für das Flussvolk vom Hobbit. Mal sehen, wie ich das im Film dann wiedererkenne.
Hier nun eine kleine Auswahl dessen, was es in ein paar Monaten zu sehen gibt:
Querfeldein zu den Pilzen
Ich am Ortseingangsschild zu Bruchtal
Auf der Brücke von Lothlorien (natürlich für den Film noch etwas ausgeschmückt
)
Vorm Weta Cave
My Precious
Den restlichen Abend habe ich dann im Embassy Theatre verbracht. Dieses Kino gehört Peter Jackson und dort fanden die Neuseeland Premieren der 3 Filme statt, sowie die Weltpremiere des dritten Films. Und wirklich, ein wahrhaftig beeindruckendes Kino.
Den letzten Tag in Wellington konnte ich leider nicht sehr genießen, denn zum ersten Mal hat es geregnet. Jetzt war es nicht nur kalt, sondern auch nass :( Trotzdem habe ich meinen Weg ins Nationalmuseum von Neuseeland gefunden, und da konnte ich tatsächlich den ganzen Tag verbringen. Ich habe glaub ich viel zu viel in dieser kurzen Zeit darin gelernt. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein.
Die restlichen Verkehrsmittel habe ich aber glücklicherweise erwischt, sodass ich ohne Verspätung nun in Western Australia hocke, genauer in Perth. Anfangs war ich etwas traurig, wieder zurück zu müssen, denn Neuseeland ist ein so wunderbares Land, aber ich habe mich schon jetzt in Perth verliebt und bereue nicht, dass ich wieder zurückkehren musste
Das waren meine Traumferien…Jetzt habe ich den Blog endlich vervollständigt, lobt mich dafür :) Ansonsten wie immer: Bis zum nächsten Eintrag!! Alles Gute.